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Erdbebenstärke, oder das Rechnen mit Zehnerpotenzen
Mär 10th, 2011 by mark

Nun nach dem Erdbeben von heute (dem 10.3.2011) in Japan mit einer Magnitude von 8.9 möchte ich endlich den Artikel fertigschreiben den ich nach dem Erdbeben in Chile begonnen habe.
Nach dem schweren Erdbeben in Chile am 27. März 2010 mit der Stärke von 8,8 auf der Richter Skala war immer wieder zu hören, daß das etwa 64 mal so stark wie das Beben in Haiti mit einer Stärke von 7 war.

Wieso 64, woher kommen, wie kommt man da drauf? Viele physikalische Skalen oder Meßeinheiten sind logarithmisch, daß bedeutet,daß es sich bei diesen Zahlen nicht um den kompletten Wert handelt, sondern nur um die “Hochzahl” zu der Basis von zehn.

Das bedeutet eine Stärke von 7 ist eigentlich ein Wert von 107 = 10,000,000 also 10 Millionen. 8,8 ist also dann 108,8 was sich dann zu 630,957,344 also grob 631 Millonen ergibt. Dazu brauchen die meisten Leute dann allerdings einen Taschenrechner um mit gebrochenen Hochzahlen zu rechnen.

Wie kann man aber im Kopf abschätzen wie sich diese beiden Zahlen 107 zu 108.8 zueinander verhalten? An dieser Stelle muß man sich nun eine Zahl merken, nämlich 0.3. Was hat es mit dieser Zahl (0.3) nun auf sich, 100.3~2. Das bedeutet, daß jede Zunahme der Erdbebenstärke (oder jeder anderen Hochzahl zur Basis 10) um 0.3 eine Verdoppelung bedeutet.
Gut wir bilden die Differenz aus 7 und und 8.8, daß ist 1.8. 1.8 müssen wir nun also durch 0.3 dividieren was 6 zum Ergebnis hat. Man muß also 6 mal verdoppeln. Daß kann man natürlich auch als 26 schreiben. Da natürlich jedermann/frau die 2er Potenzen auswendig kann sind wir nun schon zum Ergebnis gekommen, nämlich 64.

Bei diesem Beispiel haben wir zahlenwertmäßig “Glück” gehabt, weil 1.8 ohne Rest durch 0.3 teilbar ist. Ist die Differenz zB 1.9, dann wissen wir, daß das Ergebnis zwischen 64 und 128 liegen muß (26 und 27). Da kann man dann fünf gerade sein lassen und linear interpolieren, dh 128-64=64, das wiederum dritteln wir, weil zwischen den 1.8 (64) und 2.1(128) drei 0.1 Schritte liegen. Somit kommen wir auf 64+21=85. Dh 8.9 nach Richter ist grob 85 mal so stark wie 7 - der richtige Wert wäre 79.4, wir sind also hinlänglich genau mit dieser Methode.

Das war ja ganz einfach …

Inflationsrate
Apr 16th, 2010 by mark

Leider stellt das statistische Zentralamt nicht die Rohdaten der Inflationsberechnung zur Verfügung. Aber immerhin die genaue Zusammensetzung der Warenkorbs siehe auch hier.

Aus diesem Warenkorb und deinem/ihrem genau geführten Haushaltsbuch läßt sich zumindest abschätzen wie “relevant” die ermittelte Inflationsrate für einen persönlich ist.

Im Rahmen eines von mir gehaltenen Wifikurses haben Honglei Yuan und Ludwig Schwanerer diese Webapplikation zur Ermittlung der Relevanz der Inflationsrate für den persönlichen Warenkorb erstellt.

Wenn man (noch) keinen Benutzer hat, gibt es rechts oben auf der Seite einen link Neuen Benutzer anlegen!

Nochmals zum Verständnis: Hier wird NICHT die persönliche Inflationsrate berechnet - das ist auf Grund der fehlenden Rohdaten nicht möglich - sondern nur wie gut die offizielle Inflationsrate für einen persönlich stimmt (100% stimmt ganz, dh der Warenkorb stimmt genau überein. 0% der persönliche Warenkorb hat nichts mit dem ermittelten zu tun)

Zur verwendeten Technik werde ich mich hoffentlich im Detail hier auslassen. Bitte probiert es mal aus und laßt mich wissen was ihr davon haltet!

Wählen mit Sech-..
Jan 4th, 2010 by mark

Ein bedauerliches Mißverständnis innerhalb der SPÖ hat zur Senkung des wahlfähigen Alters auf 16 geführt.

Gemeint war natürlich wählen mit Sechzig, was bei den letzten (und ich nehme an auch zukünftigen) Wahlen zu besseren Ergebnissen geführt hätte.

Flat-Tax in Österreich?
Dez 2nd, 2009 by mark

Immer und immer wieder geistert in Gesprächen der Satz herum,” ja wenn ich eine Gehaltserhöhung bekomme dann falle ich in eine andere Steuerklasse und hab dann weniger als vorher” - dem ist leider weder mit guten Worten noch Argumenten beizukommen - also versuche ich es erst garnicht - vielleicht mal in einem späteren post.

Genauso hartnäckig erweist sich die Diskussion wie einfach doch alles wäre wenn es in Österreich eine Flat Tax gäbe. Seit Jahren antworte ich darauf: “Gibt es ja ohnehin”. Der Aufschrei ist meist dann doch recht groß, dass die Steuerberechnung doch so kompliziert ist, und dann noch die Sozialversicherung etc usw.

Gibt man also auf der Seite des Finanzministeriums in den brutto/netto Rechner ein paar Gehälter in üblichen Größenordnungen ein, und verbindet man das ganze mit einer Geraden kommt man zu folgendem Bild:

brutto-netto-oesterreich-flat-tax

Wie man sieht, läßt sich der Zusammenhang zwischen x (brutto) Achse und y (netto) Achse  sehr schön linear annähern.

netto = 0.54 * brutto  + 286

Das bedeutet ab ca 800 € stimmt: Bruttoeinkommen mal 0.54 plus 286 ergibt relativ genau das Nettoeinkommen. Verdient zum Beispiel 2200 € brutto  verdient man laut obiger Formel 1474 € netto (der exakte Wert wäre 1513 €, der Fehler beträgt also grob 3 %).

Das “unschöne” (wenn man nicht gerne Steuern zahlt)  an dem Zusammenhang ist das von jedem zusätzlichen Euro eben nur 54% (daher das mal 0,54) übrigenbleiben. Bekommt man also um 200€ mehr brutto (in diesem Beispiel also 2400 €)  kommen netto eben nur etwas mehr als 100 € bei einem an.

Der eigentliche Jammer an diesem Steuersystem ist aber, dass eigentlich alle anteilig gleichviel (ab 800€ zumindest)  bezahlen und mitnichten die höheren Einkommen stärker belastet sind. Das liegt daran, dass die Sozialversicherung schon ab einem sehr niedrigen Einkommen fällig wird, ab 4000 € brutto im Monat aber konstant bleibt und somit die höheren Progressionsstufen quasi aushebelt.

Doch dazu ein andermal mehr.

Krise der Sozialdemokratie
Nov 6th, 2009 by mark

Es sprach der Exbundeskanzler Franz Vranitzky im Report vom 27.10.2009:

Waldner Gabi (ORF) In welche Richtung muss sich die Sozialdemokratie da gemeinsam erneuern?
Vranitzky Franz (SPÖ) Ja, also sie müssen auf alle Fälle als Anfang eine gemeinsame Basis, ein gemeinsames Forum finden, wo sie hörbar und sichtbar für die interessierte Öffentlichkeit sozialdemokratische Überlegungen anstellen und Ideen vorbereiten und da muss man nicht die Räder neu erfinden.
Waldner Gabi (ORF) Was kann das für ein Thema sein?
Vranitzky Franz (SPÖ) Ja es gibt also jede Menge an gemeinsamen Themen, also ich sage einmal, wir haben jetzt die Wirtschaftskrise gemeinsame Überlegu8ngen Konjunkturprogramme nicht nur vorübergehend zu unterstützen, sondern nachhaltig und langfristig. Dazu gehören viele Investitionen- vor allem in die Bildung, in das Wissen - Investitionen in die Infrastruktur- die Verkehrswege in Europa werden immer zu klein, oder zu kurz, oder unzureichend- oder nehmen Sie das ganze Projekt der Energieversorgung- wir brauchen doch eine gemeinsame europäische Energiepolitik. Der Winter steht vor der Tür und wenn die Ukrainer wieder mit den Russen zu streiten anfangen werden wir in den Zeitungen lesen - “Erdgasmangel droht uns” und die OMV muss dann erklären- “Nein, ist eh alles in Ordnung”. Das könnte man sich alles ersparen.
Vranitzky wird ja auch nachgesagt zum Zitat “Wer Visionen hat, braucht einen Arzt” zu stehen, aber das ist nun doch schon sehr nichtssagend. Seine Aussagen klingen so ein wenig danach wie wenn jamend auf die Frage was er denn in der Pension vorhätte mit der Antwort “Hobbies” quittiert.

Die Konservativen haben es leicht, die müssen nur verteidigen was ihre Großväter bekämpft haben.

Ab wofür steht die Sozialdemokratie? Wenn gesagt wird, “Wie wollen für mehr Bildung sorgen, damit es weniger Arme gibt, und die Mittel daraus wollen wir aus einer Erbschaftssteuer holen” dann kann sich jeder etwas darunter vorstellen.

Das Geschwurble von “gemeinsamer Basis und neuen Foren und jeder Menge an gemeinsamen Ideen” wird sicher nur ein bescheidens Feuer entfachen.

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